IHK Jahresthema 2013

Infrastrukturen bilden das Fundament unseres täglichen Miteinanders. Sie verbinden uns, helfen uns zu lernen, zu wachsen, zu arbeiten. Neben Grundversorgung, Sicherheit und Organisation sorgen Sie für Austausch, Wirtschaft, Wachstum, für Standort- wie auch Lebensqualität und die Basis für eine perspektivenreiche Zukunft.

Deutschlands Infrastruktur ist weltweit führend, nicht zuletzt dank langjähriger kontinuierlicher Investitionen. Dennoch müssen angesichts rasanter technologischer, wirtschaftlicher und demografischer Entwicklungen deutlich größere Anstrengungen unternommen werden als bisher geplant, um diese Vorteile auch langfristig zu sichern. Für neue Investitionen fehlen in der Gegenwart aber häufig erkennbare Anreize, und bereits geplante Investitionen werden durch unzureichende Investitionssicherheit und langwierige Genehmigungsverfahren verzögert.

Vielseitige Herausforderungen

In allen grundlegenden infrastrukturellen Bereichen stehen wir vor beträchtlichen Herausforderungen, deren Bewältigung unmittelbaren Einfluss auf die zukünftige wirtschaftliche wie auch gesellschaftliche Entwicklung des Landes haben wird.

Bestehende Verkehrsnetze verfallen zusehends. Sie können kaum die aktuelle Verkehrslast angemessen tragen, ganz zu schweigen von einem zukünftigen erhöhten Verkehrsaufkommen.

Zwar nimmt der Staat jährlich 47 Mrd. Euro über den Verkehr ein, investieren tut er allerdings sehr viel weniger. Gute Fahrt?

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Durch die Einspeisungen von Strom aus neuen Quellen sind hohe Investitionen in Schutztechniken gegen Spannungsschwankungen nötig.

Auch andere Bereiche bergen akuten Handlungsbedarf: Neben einer überfälligen Versorgungskopplung mit dem Gasnetz ist  z. B. auch die bereits für 2014 vorgesehene EU-Binnenmarkt-Anbindung noch ziemlich unvollständig: beispielsweise existiert bislang keinerlei Verbindung zwischen Deutschland und Belgien.

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Es wird in Privathaushalten weniger Wasser verbraucht. Paradoxerweise macht das die ganze Sache teilweise teurer.

Da das Wassernetz auf einen bestimmten Verbrauch ausgelegt ist, sorgt ein geringerer Wasserverbrauch für höhere Instandhaltungs- und Reinigungskosten, in Kommunen mit Bevölkerungsrückgang sogar doppelt. Hier ist gegebenenfalls Rückbau statt Ausbau gefragt.

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Zwar sind große Teile des Landes mit Breitbandanschlüssen versorgt, die Bandbreiten selbst allerdings sehr unterschiedlich: In Ballungsgebieten entsprechend breit, in den Regionen nach wie vor eher dünn.

Unternehmen sind hier durch ihren hohen Leitungsbedarf stark limitiert. Gleiche Zugangsmöglichkeiten? Weit entfernt.

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Während in Unternehmen viele Abläufe durch IT-Prozesse sehr viel einfacher geworden sind, sind entsprechende Anschlussstellen in der öffentlichen Verwaltungsinfrastruktur noch nicht modernisiert.

Anstelle von unaufwendigen, elektronischen Verfahren bremst vielerorts veraltete Bürokratie jeden Vorsprung durch Technik wieder aus.

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Wirtschaft will wachsen: Unternehmen finden teilweise aber keinen Platz, da Kommunen immer weniger Gewerbeflächen zulassen.

Die Neuflächeninanspruchnahme soll von 104 auf 30 Hektar pro Tag sinken. Unternehmen, bisher für 8 % der besiedelten Fläche zuständig, müssen sich so beschränken, statt wachsen zu können.

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Die Bedeutung von Bildung zweifelt niemand an. Dennoch stehen geplante Bildungsausgaben von gut 5 Mrd Euro einem Investitionsrückstau in Höhe von 27 Mrd gegenüber.

Wer das kleine 1×1 beherrscht, der sieht, dass Kitas, Schulen und Universitäten mehr als nur ein Rechenproblem haben.

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Diese und weitere Beispiele zeigen: Wir  brauchen nicht nur Investitionen, wir brauchen die richtigen Entscheidungen. Nicht morgen, sondern am besten heute. Damit aus heutigen Taten ein starkes Fundament für morgen entstehen kann.

Nicht selbstverständlich. Umso notwendiger.

Nur so schaffen wir die Voraussetzungen, um auch in Zukunft ein Land zu sein mit einer nachhaltigen, sicheren, starken und Gemeinwohl fördernden Infrastruktur.

Es stimmt: Es führt kein Weg an Infrastruktur vorbei. Infrastruktur ist der Weg.